Mitarbeiter und Führungskräfte stark machen

19.05.2014

Resilienz in der Praxis

Resilienz ist derzeit in aller Munde. Warum nur? Ist das  die Lösung aller Probleme? Oder nur ein altes Thema neu benannt? Tatsache ist, dass die Anzahl der Menschen mit psychischen Beschwerden, Leistungsausfällen oder sogar Burn out weiter ansteigt. Die Gründe hierfür sind multikausal. Informationsüberflutung, häufige Organisationsveränderungen, Arbeitsverdichtung, ständige Erreichbarkeit, mangelnde Wertschätzung, zunehmend fehlende Kontroll- und Gestaltungsmöglichkeiten haben die Arbeitsbedingungen im Laufe der Zeit grundlegend verändert. Viele Mitarbeiter berichten zu dem, den wirklichen Sinn ihrer Arbeit nicht mehr erkennen zu können. Eine Dynamik, die in den Unternehmen immer mehr zu spüren ist. Mit tiefgreifenden Konsequenzen, welche man nicht ausschließlich auf das Thema Fehlzeiten reduzieren kann. Schon gar nicht vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem ansteigenden Fachkräftemangel. Basis der Leistungsfähigkeit eines Menschen bzw. Mitarbeiters, ist die körperliche Gesundheit. Aber auch die emotionale, mentale und geistig-seelische Ausgeglichenheit gehört dazu. Diese Ausgeglichenheit wird in schwierigen Zeiten besonders auf die Probe gestellt. Interessant ist dabei die Frage, warum es manchen Menschen leichter fällt, aus schwierigen oder krisenhaften Zeiten zurück zu ihrer Ausgeglichenheit und damit zur vollen Leistungsfähigkeit zu kommen und anderen ungleich schwerer? Eine Frage, die sich zunehmend auch Unternehmen stellen, die sich mit den ansteigenden Fehlzeiten ihrer Mitarbeiter konfrontiert sehen. Vor einiger Zeit schon ist dieser Frage die US-Psychologin Emmy Werner nachgegangen. Auf der Hawaii-Insel Kauai verfolgte sie ab 1955 40 Jahre lang den Lebensweg von 698 Kindern. Etwa ein Drittel dieser Kinder wuchs unter äußerst schweren Bedingungen auf. Trotz widriger Umstände schafften es 30% dieser Kinder, ihre Kindheitstraumatas zu überwinden und privat und beruflich ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen. Werner traf daraus den Rückschluss, es müsse  nicht nur Risikofaktoren in jeder persönlichen Entwicklung geben, sondern auch sogenannte Schutzfaktoren. Persönliche und soziale Faktoren, die eine positive Entwicklung fördern. Diese Faktoren (7 Schlüssel zur Resilienz) wurden im Laufe weiterer Studien definiert und benannt. Bei hoch resilienten  Menschen sind sie sehr stark ausgeprägt und führen dazu, dass sie aus Krisen schnell und gestärkt hervorgehen und sich auf veränderte Situationen flexibel einstellen können.  Eigenschaften die wir heute mehr denn je gebrauchen können. Resilienz ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine Fähigkeit, welche durch die Interaktion Mensch-Umwelt erworben wird. Diese dadurch erworbenen Denk- und Verhaltensmuster können wir ein Leben lang verändern bzw. weiterentwickeln. Durch spezifische Trainings und Übungen können wir diese Faktoren positiv beeinflussen und neue Ressourcen generieren. In Anbetracht der bereits erwähnten Dynamik in den Unternehmen, bietet sich dadurch die Möglichkeit, Mitarbeiter zu schulen um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu stärken, widerstandfähiger, zufriedener und damit leistungsfähiger zu werden. Durch die Ausschöpfung dieses Potentials ergibt sich hierbei eine eindeutige Win-Win-Situation. Mitarbeiter, die sich zufriedener, gelassener, motivierter und ausgeglichener fühlen, sind für Unternehmen auch in stürmischen Zeiten eine zuverlässige Besatzung an Bord. Resilienz-Entwicklung bedeutet Persönlichkeitsentwicklung. Im Resilienz-Training werden persönliche Denk- und Verhaltensmuster hinsichtlich der 7 Schlüssel zur Resilienz unter die Lupe genommen.

7 Schlüssel (Faktoren) zur Resilienz

  • Selbstbewusstsein
  • Selbstverantwortung
  • Selbstakzeptanz
  • Selbstmotivation
  • Selbstkontrolle
  • Selbstwirksamkeit
  • Netzwerk
Durch eingehende Reflektion bestehender Denk- und Verhaltensmuster können diese verändert werden, um neue Ressourcen (weiter-) zu entwickeln. Körper, Geist und Verstand werden dabei wegen ihrer engen Verbundenheit gleichermaßen angesprochen. Unsere Emotionen haben Einfluss auf unsere Gedanken und diese wiederum drücken sich in unserem Körper aus. Wen wir uns schlecht fühlen, lassen wir die Schultern hängen und sind nicht wirklich bei der Sache. Ganz im Gegensatz zu dem Zustand frisch verliebt zu sein. Die Augen leuchten, wir sind wach und präsent, kein Hindernis erscheint uns zu hoch. Die einzelnen Faktoren werden durch unterschiedliche Methoden (Einzelübungen, Gruppenübungen, Trainerinput) den Teilnehmern erfahrbar gemacht.

Ziele eines Resilienztrainings

In diesem Seminar lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Denkhaltungen und Methoden kennen, auf deren Grundlage sie in der Lage sind, ein hohes Maß an Persönlichkeitsstärke und Widerstandsfähigkeit zu entfalten, um an schwierigen Situationen erfolgreich zu wachsen.
Dadurch verbessern sie nicht nur ihre Lebensqualität, sondern steigern ihre Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit und machen sich widerstandfähiger gegen Burn out.

Folgende Themen werden innerhalb des Trainings behandelt:

  • Distress und Eustress
  • Selbstwahrnehmung als Voraussetzung zur Selbststeuerung
  • Standortbestimmung: Welche Anforderungen stellt mein berufliches und gesellschaftliches Umfeld an mich? Wie ist es um meinen Energiehaushalt bestellt?
  • Wie unsere persönliche Haltung (Denken, Fühlen, Handeln) unsere Gesundheit, Effizienz und damit auch unseren Erfolg beeinflussen.
  • Welchen Einfluss haben Prägungen/Erfahrungen unserer Vergangenheit auf uns?
  • Was bedeuten Denkmuster und Glaubenssätze für uns?
  • Wie entsteht unsere innere Haltung?
  • Welche Grundbedürfnisse gilt es zu erfüllen?
  • Bewusstwerden über unsere Selbstwirksamkeit
  • Persönliche Sabotageprogramme abschalten
  • Setzen von Prioritäten und verfolgen von Zielen
  • Welche Bedeutung hat unser soziales Netzwerk für uns?
  • Durch Achtsamkeit die Effizienz steigern
  • Meditation und Entspannung
Christina Seitter, Unternehmensberatung müllerschön

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