Mitarbeiterqualifizierung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

21.02.2010

Die Führungskraft als Coach

„Unsere Führungskräfte unterstützen ihre Mitarbeiter durch Coaching.“ Diese Aussage steht in den Führungsleitlinien vieler Unternehmen. Doch  können Führungskräfte diese Anforderung überhaupt erfüllen – wo sie doch ohnehin schon häufig viel zu wenig Zeit zur Mitarbeiterführung haben? Die Antwort lautet: Ja – wenn sie dazu die nötige Unterstützung erfahren.  Gerade jetzt in der wirtschaftlich schwierigen Zeit, ist die Mitarbeiterqualifizierung nicht nur besonders wichtig, sondern jetzt gibt es meist die Zeit zur Qualifizierung, die uns im stressigen Alltag sonst fehlt.   Dabei haben Trainings einen wichtigen Part. Aber nicht nur diese Maßnahmen  sind wichtig, sondern auch die Qualifizierung der Mitarbeiter gegenseitig, um  den Know-how-Transfer sicher zu stellen.  Darüber hinaus spielt das Coaching  durch die Führungskraft eine immer wichtigere Rolle. Dabei stellen sich immer  mehr Führungsverantwortliche die Frage:„Was sollen Führungskräfte denn noch alles tun und sein?“ diese Frage lässt sich mit einer langen Auflistung von Aufgaben, Verantwortungsbereichen und Anforderungen beantworten.  Ist es  jetzt der neueste Schrei, wenn nun Führungskräfte auch noch ihre Mitarbeiter coachen und sie  dadurch in  ihrer Entwicklung  fördern und beim Erbringen ihrer Leistung unterstützen sollen?  „Viele Führungskräfte vergessen aufgrund dieser Vielfalt von Rollen und Aufgaben ihre Kernaufgabe“. Sie  lautet schlicht: Dafür sorgen,dass ihr Bereich einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet“ und dies ist auf Dauer ohne Mitarbeiter-qualifizierung nicht möglich.

Definition: Coaching 

Coaching lässt sich mit: „Hilfe zur Selbsthilfe“ beschreiben. Damit bekommt der Coach eine Katalysatorfunktion, bei der das Verhalten und die Einstellung des Coachees (Mitarbeiters) reflektiert und Möglichkeiten der Optimierung geklärt werden. Wir von der Unternehmensberatung müllerschön ergänzen das bloße Hinterfragen/Reflektieren mit der Unterstützung des Coachees durch Anregungen und Tipps. (Das Rad muss nicht immer neue erfunden werden. Dies erhöht das Verhaltensspektrum und beschleunigt den Umsetzungsprozess). Damit wird die Effizienz und die Effektivität des Coachings deutlich gesteigert. Coachings die im „Reden“ stecken bleiben, in dem der Coachee nur zum experimentieren ermutigt wird, ohne dass er konkrete Hilfe erhält, sind wenig effizient und effektiv.  Das Ziel beim Coaching ist, Potentiale (wieder) freizusetzen um diese im Berufsalltag gewinnbringend für alle zum Einsatz zu bringen.

Mitarbeiter sind von ihren Chefs abhängig  

Führungskräfte sind ihren Mitarbeitern gegenüber disziplinarisch vorgesetzt und entscheiden weitgehend über deren berufliches Fortkommen. Das wissen auch die Mitarbeiter. Deshalb ist ihr Verhalten gegenüber ihren Vorgesetzten auch von taktischen Erwägungen geprägt, so dass kaum ein Mitarbeiter zum Beispiel, solange er keine Jobalternative in der Tasche hat, offen zu seinem Chef sagen würde „Ich bin überfordert.“  Coachings hat zwei wesentliche Erfolgsvoraussetzungen: Freiwilligkeit und Vertraulichkeit. Dies scheint jedoch im Widerspruch zu den dem eben beschriebenen zu stehen, wenn das Coaching durch eine Führungskraft durchgeführt wird. Diese Tatsache schränkt zwar den Themenbereich des Coachings durch einen Vorgesetzten ein, macht es aber nicht unmöglich.

Welche Themen eignen sich für das Coaching durch die Führungskraft? 

Wird der Begriff, Coaching durch „Anleiten“ übersetzt, dann drückt es besser aus, was in solch einem Setting durch die Führungskraft möglich ist. Es macht auch deutlich, dass Führungskräfte schon immer die Aufgabe hatten, ihre Mitarbeiter dazu zu qualifizieren, ihre Leistungsfähigkeit und die Entwicklung im Betrieb zu unterstützen. Beim Coaching durch die eigene Führungskraft, eignen sich deshalb Themen, die die interne Kommunikation betreffen, um so die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zu verbessern, Antipathien zu reduzieren oder gar Konflikte zu lösen. Darüber hinaus stehen sich Mitarbeiter immer wieder selbst im Weg, wenn es um die Anwendung neuer Techniken im fachlichen Bereich oder auch um die 
Anwendung von Tools im Bereich des Sozialkompetenz handelt.  

Die Bedeutung der Mitarbeiterqualifizierung durch die eigene Führungskraft nimmt zu 

Dass in den letzten Jahre dieses Thema stark an Bedeutung zugenommen hat, lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass persönliche Entwicklungsprozesse und Anpassungsqualifizierung immer schneller gehen müssen. Zum Anderen ist diese auch darauf zurückzuführen, dass es zunehmend wichtiger wird, nicht nur fachlich zu qualifizieren, sondern dass das soziale Lernen oder auch emotionales Lernen an Bedeutung zugenommen hat. Was nutzt das beste Training, wenn der Mitarbeiter sich nicht traut, bestimmte Dinge dann auch umzusetzen? Und dabei helfen Formulierungen wie: „Sie müssen einfach ...“ oder „Machen Sie sich nicht so viel Sorgen“ nicht weiter. Dies lässt sich nur im Coaching durchbrechen.  Aber stellen Sie sich vor, eine Führungskraft würde den Begriff „Anleiten“ verwenden, wenn Sie ihre Mitarbeiter unterstützt. Anleiten tut man Azubis oder Mitarbeiter aus Zeitarbeitsfirmen. Coaching hört sich da schon wesentlich fortschrittlicher und seriöser an.

Führungskräfte zu „Trainern“ ausbilden 

Für diese Aufgabe müssen die Führungskräfte zum einen psychisch gesund sein und zum anderen fachlich qualifiziert sein. Hierfür benötigen sie ein differenziertes Kommunikationsvermögen, die Fähigkeit, sich einerseits emotional von dem Mitarbeiter distanzieren und andererseits sich in die Situation des Mitarbeiters einfühlen zu können. Darüber hinaus ist eine hohe Reflektionsfähigkeit und die ein Spektrum von unterschiedlichen Tools notwendig. Dies erkennen immer mehr Unternehmen. Deshalb bilden sie ihre Führungskräfte zunehmend häufiger zu Coaches, sprich Anleitern und Trainern, ihrer Mitarbeiter aus. Ihnen wird in der Ausbildung das methodische und didaktische Know-how vermittelt, das sie für diese Art von Führungsarbeit brauchen. 

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