Trends beim Führen

18.06.2015
Dass Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg wichtig sind, ist hinreichend bekannt, auch dass der demographische Wandel eine große Herausforderung aller Betriebe darstellt.
Doch viele Betriebe tun sich noch schwer, sich den Anforderungen zu stellen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Die Beratungsfirma Hays hat in ihrem aktuellen Bericht „HR-REPORT 2014/2015 – SCHWERPUNKT FÜHRUNG“ für die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz eine empirische Studie durchgeführt, die sich mit der aktuellen Führungssituation auseinandersetzt. Vorweggenommen lässt sich feststellen, dass immer noch eine bedeutsame Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit besteht.
Schwerpunktmäßig werden hier einige Themen vorgestellt.

Wer nahm an der Befragung teil?

Der 4. HR-Report 2014/2015 basiert auf der Onlinebefragung von 665 Entscheidern. Mit 65 % stammt der größte Teil aus Deutschland, 16 % kommen aus Österreich und 18 % aus der Schweiz. Die Befragten kommen zu:
  • 52 % aus Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern,
  • 22 % aus Betrieben mit 1.000 bis 5.000 Beschäftigten,
  • 26 % aus Organisationen mit 5.000 und mehr Mitarbeitern.

Auszug aus den Ergebnissen

  1. Die Themen Unternehmenskultur, Führung und Mitarbeiterbindung bleiben die Top-HR Themen.
  2. Der Fokus von Führungsaufgaben hat sich in Richtung Mitarbeiterorientierung und weg von fachlichen Themen entwickelt: Hierbei wird die Sozialkompetenz als das wichtigste Kompetenzfeld der Führung angesehen.
  3. Einen sehr hohen Stellenwert haben die Themen: Work-Life-Balance, Talentmanagement und flexible Arbeitsstrukturen, Feedbackkultur und die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten
  4. Als die wichtigste Herausforderung der Führungskräfte wird der Umgang mit Veränderungen und der Umgang mit Komplexität gesehen.
  5. In der Untersuchung wird auch deutlich, dass die zur Verfügung stehende Zeit, oft nur schwer mit den Ansprüchen an eine Führungskraft in Einklang zu bringen ist. Und deshalb das Thema Eigenverantwortung der Mitarbeiter an Bedeutung steigt.
  6. Die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften hat an Bedeutung gewonnen.
  7. Interessanterweise hat die Bedeutung der Mitarbeiterbindung nachgelassen. Hierbei werden die Werteorientierung im Betrieb, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Schwerpunkte angestrebt. Bei den Maßnahmen zeigt sich jedoch eine hohe Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit.
  8. Auf Grund z.T. fehlender Möglichkeiten der Kinderbetreuung, fällt die Kompatibilität von Beruf und Familie immer noch schwer.
  9. Bei den Themen „Lebenslanges Lernen“, „Die Führungskraft als Personalentwickler“ und „Gesundheit“ zeigt sich eine hohe Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit.

Als Schlussfolgerung / Handlungsfelder werden in dieser Studie vorgeschlagen

1. Die Rolle von Führung nachhaltig verändern
Die Geschäftsleitung und Führungskräfte sowie das HR sind gefragt, die Rolle von Führung und deren Verständnis neu zu definieren. 2. Wertschätzende Unternehmenskultur bleibt Dauerthema
Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier noch weit auseinander. Daher ist die Unternehmensführung im Rahmen ihrer Vorbildfunktion gefragt, das Thema anzugehen und klare Signale zu senden. 3. Pragmatische Lösungen für eine Work-Life-Balance finden
Besonders interessant finde ich hierbei den Vorschlag, dass es nicht immer firmenübergreifende Lösungen geben muss, sondern dass es teamspezifische Lösungen geben kann. 4. Beschäftigungsfähigkeit ernst nehmen
Mitarbeiter werden älter und arbeiten länger. Umso wichtiger wird die Sicherung und Weiterentwicklung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Damit wird die Bedeutung der Führungskraft als Personalentwickler zunehmen müssen. 5. Frauenförderung endlich angehen
Um Frauen wirklich zu fördern, gilt es auf zwei Ebenen zu agieren.
  • Zum einen müssen Unternehmen ihre kulturellen und mentalen Blockaden auflösen,
  • zum anderen bedarf es konzertierter Aktionen mit privaten und öffentlichen Partnern vor Ort, um die Kinderbetreuung sicher zu stellen.
6. Rekrutierung vielfältig aufsetzen
Unternehmen müssen noch genauer analysieren, welche Kanäle sie zur Rekrutierung verwenden und auf welchen Märkten sie nach geeigneten Mitarbeitern suchen wollen. Hier finden Sie die gesamte Studie. Albrecht Müllerschön, Managementberatung müllerschön

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