Wo ein Wille ist, ist auch eine Karriere

18.09.2015

Fachkenntnisse und Leistungsbereitschaft sind nicht alles. Die Willenskraft ist es, die den Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und den anderen ausmacht. Das tolle dabei: Man kann lernen, wie es geht.

Die Anregung durch einen Artikel mit obigem Titel aus „Die Welt-online“ am 5. Juni 2015 von Harald Czycholl und ein persönliches Erlebnis motivierten mich, zu diesem Thema selbst einen Artikel zu schreiben. Viele Menschen wollen erfolgreich sein und Kariere machen. Nicht immer aus dem eigenen Antrieb heraus, sondern auch als Reaktion auf frustrierende Erlebnisse als Fachkraft, auf Grund des sozialen Drucks im persönlichen Umfeld (Image) oder auch nur des Gehaltes wegen. Etliche derer, haben die notwendige fachliche Kompetenz und die notwendige Berufserfahrung (das Internet zeigt uns aber auch, dass etliche ohne Berufserfahrung erfolgreich werden können), sind sozial kompetent und auch motiviert, möchten etwas bewegen und gestalten, können sich durchsetzen und und und. Was manchen jedoch fehlt, ist der eiserne Wille und das Durchhaltevermögen, das eigene Handeln konsequent und beharrlich auf die Ziele auszurichten. Nicht nur Studien, sondern auch unsere Erfahrungen mit über 2.000 Führungskräften zeigen, dass der Wille und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und den dafür notwendigen Preis zu „bezahlen“, Erfolgreiche von weniger Erfolgreichen unterscheidet. Ein aktuelles, persönliches Erlebnis hat diese Aussage wiederum deutlich bestärkt. Folgende Situation. Ein Unternehmer unterstützt zwei Personen dabei, sich selbstständig zu machen. Hierzu berät er sie, gibt ihnen Tipps und Ratschläge, bezahlt ihnen jeweils eine Potenzialanalyse (Online-Verfahren) und eine Karriereberatung, damit die zwei für sich klären können, ob und wie sie den Weg in die Selbständigkeit angehen sollen. Die zwei Personen sind engagiert, ihnen macht ihr Beruf im Angestelltenverhältnis Spaß, sie sind auch sehr motiviert und arbeiten mit vollem Engagement, wenn Not am Mann ist, auch mal bis in die Nacht. Die Potenzialanalyse zeigt ebenfalls, dass sie in den meisten notwendigen Sozialkompetenzen eine positive Ausprägung haben. Bei den Faktoren: Eigenverantwortung, selbständiges Arbeiten, und Leistungsmotivation schneiden sie hingegen eher schwach ab. Dies sind aber gerade die Faktoren, die den persönlichen „Willen“ bestimmen. Bestätigt wurde meine Vermutung dann weiter dadurch, dass es ganze zwei Wochen dauerte, bis von Seiten der beiden ein Termin zur Besprechung der Testergebnisse vereinbart wurde. Dieser Termin wurde dann abermals aus nichtigen Gründen (ausschlafen, Einladung) verschoben und die vereinbarte Zeit nicht eingehalten. Die zweite Person hat sich zum vereinbarten Termin gar nicht gemeldet. Im Vorfeld war es den beiden Personen sehr wichtig und dringend, eine Potentialanalyse in die schwierige Entscheidung mit einzubeziehen. Soweit der Wunsch. Warum schildere ich Ihnen diesen Ablauf so genau? Weil sich genau hier ein Unterschied auf dem Weg zum Erfolg zeigt. Selbstdisziplin und der Wille hartnäckig und konsequent seine Ziele zu verfolgen sind Eigenschaften die man unausweichlich dazu braucht. Der Wille etwas erreichen zu wollen wird auch nur dann zum Erfolg führen, wenn auch der Preis, hier immer wieder, sich selbst zu überwinden, bezahlt wird. Alle anderen noch so gut ausgeprägten Eigenschaften und Fähigkeiten nutzen nichts, wenn die PS nicht auf die Straße gebracht werden. Ein positives Beispiel hierfür ist „myMüsli.de. Ohne Berufserfahrung haben sich die Inhaber direkt nach dem Studium, auf Grund einer Idee im Auto, 2007 für die Selbständigkeit entschieden. Sie haben alle Hürden mit hohem Willen und Durchhaltevermögen überwunden und sind heute Inhaber einer erfolgreichen Firma mit ca. 350 Mitarbeitern. (MyMüsli.de hat verschiedene Gründerpreise erhalten) Nur etwa 10 – 15 % der Führungskräfte haben tatschlich eine ausgeprägte Willenskraft. Viele der anderen wollen lediglich im Sinne eines Wunsches, erfolgreich werden. Das heißt, dass sie sich innerlich nicht für den Erfolg entschieden haben und den notwendigen Antrieb vermissen lassen und sich verzetteln. Das heißt, dass derjenige der nicht in der Lage ist, seine Aufmerksamkeit zu fokussieren und seine, bei jedem Menschen vorkommenden, abschweifenden Gedanken zu steuern, äußeren Reizen und seiner eigenen Komfortzone unterliegt. Denn Leistung entsteht nur durch die willentliche Konzentration auf eine Aufgabe und die Ziele. Demnach sind die bewusste Aufmerksamkeitssteuerung (Präsenz) und Fokussierung der Gedanken und Energie der Schlüssel zum Erfolg.

Bewusste Aufmerksamkeitssteuerung und Fokussierung der Gedanken und damit auch der Energie, sind der Schlüssel zum Erfolg.

Zugegebenermaßen ist dies in unserer reizüberfluteten Welt schwierig. Aber umso deutlicher wird, dass nur die Karriere machen, die die Fähigkeit der Aufmerksamkeitssteuerung besitzen. Und dies gilt nicht nur für die Karriere bzw. Erfolg im beruflichen Sinne, sondern auch in der Freizeit und in der Familie. Selbst unsere Hobbys werden nur zum Erfolg, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen. Ganz besonders deutlich wird dies auch in der Partnerschaft. Auch Beziehungen, sei es die Partnerschaft oder das private Netzwerk, brauchen Pflege und Aufmerksamkeit, um Bestand zu haben. Nichts, was man so mal eben nebenher erledigen kann.

Tipps

Diese Gedanken- und Aufmerksamkeitssteuerung gelingt dann am besten, wenn wir es schaffen:

  • viele kleine Aufgaben und Tätigkeiten zu automatisieren, damit hier nicht immer wieder neue Entscheidungen getroffen werden müssen (Gefahr der Aufschieberitis),
  • wenn wir für einen körperlichen und emotionalen Ausgleich sorgen (Sport und soziales Netz/Freundeskreis und Familie),
  • Konflikte schnell lösen, damit sie uns nicht unnötig lange belasten oder auch
  • Entspannungsübungen machen.

Darüber hinaus sollten wir uns immer wieder die Frage stellen: Was treibt mich wirklich zum Erfolg? Sind es:

  • der eigene Antrieb,
  • materielle Gründe (Gehalt) bzw. Image, oder möglicherweise irgendwelche
  • familiären Zwänge.

Albrecht Müllerschön, managementberatung müllerschön Falls Sie hierzu mehr lesen möchten, lesen Sie die Forschungsergebnisse von: Prof. Dr. Waldemar Pelz.

http://www.willenskraft.net/


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