Checkliste für Kündigungsgespräche

21.02.2011

Schnell und übersichtlich erfahren Sie hier die wichtigsten Aspekte eines Trennungsgespräches.

Vorbereitung

Führungskräfte, die mit Kündigungsgesprächen keine Erfahrung haben, müssen vor der Durchführung der Gespräche unbedingt gecoacht werden bzw. sollten ein Training durchgeführt haben. Folgende Punkte sollten bei Entlassungen besonders bedacht werden:
  • Keine Kündigungen vor dem Feierabend oder am Freitag aussprechen;
  • Kündigung immer persönlich aussprechen (z.B. durch den direkten Vorgesetzten oder evtl. durch die Personalfachkraft).
  • Das Gespräch kurz halten: Die Situation schildern, Botschaft klar formulieren. Auf den Punkt kommen. Falls nötig wiederholen.
  • Kein Smalltalk, keine Verhandlungen.
  • Nie auf mögliche interne Lösung vertrösten, keine Versprechen machen oder Hoffnung wecken.
  • Klare Abmachungen treffen, wie die nächsten z.B. drei Stunden und das weiter Vorgehen aussehen.
  • Folgende Punkte sollten geklärt werden:
    • Wer informiert wann wen?
    • Kehren Mitarbeiter, die die Kündigung erhalten haben, danach an den Arbeitsplatz zurück? (Was tun sie direkt nach dem Entlassungsgespräch?)
    • Werden sie vorübergehend oder ganz freigestellt?
    • Informieren Sie über den Sozialplan oder ein Outplacement-Angebot.
  • Unbedingt daran denken, dass die Mitarbeiter die bleiben, nicht vergessen werden. Es ist zu klären, wie das Team mit dem Schock und mit dem gekündigten Kollegen umgehen kann/sollte.
  • Viele Chefs stehen in einem Loyalitätskonflikt, wenn sie Mitarbeiter entlassen müssen, mit denen sie lange zusammengearbeitet oder vielleicht sogar befreundet waren. Eine (zu vermeidende) Möglichkeit ist es, die Kündigung notfalls durch einen Externen oder durch die Personalabteilung oder den „Chef-Chef“ aussprechen zu lassen.
Die Kunst der Gesprächsführung ist, eine wertschätzende Atmosphäre zu schaffen. Deshalb spielt die aufgebrachte Zeit und das „Verständnis zeigen“ für den  Mitarbeiter, eine wesentliche Rolle beim Gesprächsverlauf.

Ablauf

  • Begrüßung / Gesprächseinleitung (kurz und knapp)
  • Zur Sache kommen und nicht lange „drum herum reden!“
    Thema „Kündigung“ schnell ansprechen
  • Mitarbeiterreaktionen akzeptieren und Verständnis und Anteilnahme zeigen
  • Dem Mitarbeiter deutlich machen, dass er nicht wegen seiner Leistung, sondern die Kündigung aus rein wirtschaftlichen Gründen ausgesprochen wird
  • Bedauern aussprechen
  • Rechtliche Aspekte deutlich machen. Über den Sozialplan informieren.
  • Dem Mitarbeiter Tipps für deren nächsten Schritte aufzeigen (falls gewünscht)
  • Alles Gute für die persönliche Zukunft wünschen
  • Verabschiedung

Ähnliche Beiträge

35 Jahre Altersunterschied

Wie lassen sich Generationskonflikte am Arbeitsplatz lösen?


Die eigenen Grenzen überwinden beflügelt

Wenn wir die eigenen Grenzen überschreiten und die Komfortzone verlassen werden wir beflügelt. Es hebt das Selbstbewusstsein, stärkt das Selbstvertrauen und schüttet eine Menge an Glückshormonen aus. Gute Gründe, auch mal etwas zu wagen.


Wie gut sind Ihre Personalauswahl-Gespräche?

Ein weitverbreitetes Phänomen ist, dass technische Investitionsentscheidungen professioneller als Personalentscheidungen getroffen werden. Dabei lässt sich die Professionalität der Personalauswahlgespräche deutlich verbessern, wenn einige einfache Kriterien beachtet werden.Köln: Dr. Peter Maier,...


müllerschön - springende Männchen